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DFG-Projekt "Siedlung und Grubenanlage Herxheim b. Landau"

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Grabung 2005-2008

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Schmuck

Schmuckgegenstände gehören, im Vergleich mit anderen bandkeramischen Fundplätzen zu den häufigen Fundmaterialien in Herxheim. Aus Siedlungen wurden zwar immer wieder einzelne Perlen oder Anhänger gefunden, in größeren Mengen sind sie allerdings nur aus den Gräbern bekannt.
In Herxheim liegen Schmuckgegenstände aus Zahn, Knochen, Geweih, Stein und Muscheln vor. Zahnanhänger wurden aus den Schneidezähnen von Kühen, aus Hirschgrandeln, Schweineeckzähnen von Haus- und Wildschweinen, aus Eckzähnen von Carnivoren und aus menschlichen Molaren und Prämolaren hergestellt. Die Stücke sind meist an der Wurzel von beiden Seiten aus durchbohrt, so dass sie sich auf eine Schnur auffädeln ließen. Der größte Teil dieser Zahnanhänger wurde aus der Grubenanlage geborgen und die Vermutung, dass es sich um Ketten gehandelt haben könnte, die mit den menschlichen Skelettteilen in die Komplexe eingebracht wurden, besitzt einige Wahrscheinlichkeit.
Aus dem inneren Teil der Grubenanlage wurden außerdem drei Spondylusperlen und ein Ring, wahrscheinlich ebenfalls aus Spondylus, geborgen. Zu dem stammen von hier eine flache, doppelkonisch durchbohrte Perle und eine Röhrenperle. Beide wurden aus Kalkstein gefertigt.

Spondylusknebel aus einer Siedlungsbestattung und Muschel- und Kalksteinperlen aus der Grubenanlage
Spondylusknebel aus einer Siedlungsbestattung und Muschel- und Kalksteinperlen aus der Grubenanlage

Ein Knebel aus Spondylus lag als Beigabe bei einer Siedlungsbestattung, die im Inneren der Grubenanlage ausgegraben wurde. Als Lesefund wurde ein Geweihknebel gefunden, der formal dem Spondylusknebel sehr ähnlich ist. Während Geweihknebel zu den häufigen Beigaben in den Gräbern zählen, sind Knebel aus Spondylus kaum bekannt. Beide dürften aber die gleiche Funktion als Gürtelschließe oder Gürtelschmuck gehabt haben.

Durchbohrter Knebel aus einer Hirschgeweihsprosse
Durchbohrter Knebel aus einer Hirschgeweihsprosse

Zwei von insgesamt drei schwarzen Steinperlen wurden dagegen in Siedlungsgruben im Innenbereich gefunden. Die unregelmäßig runden Stücke sind facettiert zugeschliffen und etwa mittig durchbohrt. Sie dürften aus Graphit hergestellt worden sein und, ähnlich den Hämatitstücken, als Rohmaterial für die Gewinnung von schwarzer Farbe gedient haben. Dabei wurden die Stücke auf einer Standsteinplatte flächig abgerieben und das entstandene Pulver als Farbe verwendet.

Armring aus Keramik mit vier Ritzlinien
Armring aus Keramik mit vier Ritzlinien

Ein stark fragmentierter Armring aus Ton mit vier umlaufenden Ritzverzierungen wurde aus der Verfüllung der Grubenanlage geborgen. Solche Stücke sind vor allem für die Spätphase der Bandkeramik typisch und kommen auch noch im Mittelneolithikum vor.

Fabian Haack


letzte Änderung: 10.01.2017